~Nylwia~

Eins

Trampelpfade.
Wir gehen sie, weil sie schön sind. Klein, privat, vertraut. Wir gehen sie, um sie nicht zu vergessen. Denn wenn niemand sie betritt, wächst das Unkraut über sie. Man findet sie nicht wider.
Trampelpfade,
sind wie Freunde.

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Gedichte und Geschichten von Mir

Bla. Keks. Les es <3

Ein Dienstagnachmittag. Die Hitze ist kaum auszuhalten. Auf den 

Ein Dienstagnachmittag. Die Hitze ist kaum auszuhalten. Auf den Autos lassen sich Spiegeleier braten. Die Vögel sind stumm… Der Lärm aus der Innenstadt verschlimmert alles. Im Endeffekt ein ganz normaler Sommertag in einer Vorstadt Londons. Man traut sich kaum den Kopf aus der Tür zu stecken um die Zeitung zu holen… und trotzdem tut sie es. Eingekleidet in einen rosanen Morgenmantel und abgetragene braune Pantoffeln, eine Zigarette im Mund und eine leicht grünlich schimmernde Haarfarbe. Ihr Nachbar (Darf ich vorstellen: Meine Wenigkeit) beschreibt sie als undefinierbar. Sie lächelt nicht, geht raus, holt die Zeitung, jeden Morgen das gleiche Spiel. Man hört ihre Schritte nicht, selbst wenn man neben ihrem Gehweg schläft. Jeden Morgen guckt sie exakt fünf Minuten nach links, und fünf Minuten nach rechts. Sie nimmt die Zeitung, schaut drei Minuten und dreißig Sekunden lang auf das Titelblatt, schüttelt den Kopf, schaut sich ihre Blumen ein paar Sekündchen (Ja, die einzige Tätigkeit deren genaue Zeitspanne ich nicht berechnen konnte) an, pflückt eine, riecht daran, geht zur Tür und schmeißt das Blümchen auf einen Haufen neben dieser. Dieser Haufen ist erstaunlicherweise jeden Morgen verschwunden, obwohl ich nie jemanden sah, der ihren Garten nachts betrat. Auch sie liegt nachdem sie die Abendnachrichten gesehen hat genau zehn Stunden ruhig in ihrem Bett und verlässt dieses nicht eine Sekunde. Nicht mal um zur Toilette zur gehen (Ich bin nicht mal sicher ob sie eine besitzt). Sie geht nie aus und redet mit Niemandem. Sie hat kein Telefon, kein Internet. Warum ich das alles weiß?

Mein Name ist Jasper. Denkt euch einen Nachnamen aus, ich hab ihn vergessen. Ich wohne seit fünf Jahren hier, eigentlich wollte ich direkt nach meinem Psychologie-Studium eine Praxis in London eröffnen. Ich hatte alles geplant. Ich hatte das Geld (Welches sich immer noch in meinem Kleiderschrank stapelt) und den nötigen Durchblick… Damals war ich vierundzwanzig… Vor zwei Wochen hatte ich Geburtstag. Ich bin neunundzwanzig geworden. Was ich in fünf Jahren gemacht habe? An dem Morgen, an dem ich in die Stadt wollte, nach Immobilien schauen, da sah ich sie das erste mal… und sie machte das gleiche, wie jeden Morgen.. fünf Minuten hier, fünf Minuten da. Da ich Psychologe bin interessierte mich dieses Verhalten. Sie faszinierte mich. Also saß ich fünf Jahre ohne Pause vor meinem Fenster. Ich habe einen Fernseher neben mir, einen Computer, mein Telefon, dass ich ein- bis zweimal jährlich für den Anruf bei Vater und Mutter gebrauche, tausende alter Zeitungen und einen Fotoapparat. Ich habe alles notiert und versucht es zu erklären. Was könnte mir ihr sein? Ein Defekt? Eine Psychose? Vielleicht eine Warnvorstellung oder ein Trauma. Sie könnte zwangsneurotisch sein. Und trotz all meiner Theorien, meiner Schlüsse, meiner Ideen, habe ich sie noch nie angesprochen, ich habe ihr noch nie in die Augen gesehen und bis heute ist nichts aufgegangen… Ich weiß nicht was mit ihr ist…


Kapitel 1

 

Ich glaube der Kaffee war noch nie so schwarz wie heute. Ich lag, beziehungsweise saß, die ganze Nacht wach. Sie hat sich zweimal im Schlaf gedreht. Das ist ein Verhalten welches von der Norm abweicht. Wird an der Wand notiert.

Als ich mich zehn Minuten später in meinen Sessel setze, den Fernseher anstelle und mir den Fotoapparat  in die Hand nehme um ihr Schlafverhalten zu verfolgen trifft mich der Schlag. Kurze Zeit verliere ich das Gleichgewicht, überschütte mich mit Kaffee und rutsche so auf ihm aus, dass ich weitere Minuten mit dem „Auf-dem-Boden-Liegen“ verschwende. Als die Situation erfolgreich ignoriert ist hechte ich zum Fenster und schaue aufs Bett. Sie liegt nicht da. Eine halbe Stunde zu früh. Licht ist an. Ein Fenster steht offen. Wenige Minuten später öffnet sich die Tür. Ich beobachte die Situation durch meine Kamera hindurch und protokolliere jedes Detail. Sie geht raus. Ihr Gang ist locker, man hört ihre Schuhe auf dem Asphalt kratzen. Hochhackige. Ihre Haare sind rot oder rosa. Sie trägt ein schwarzes Kleid und darunter eine schwarz-rot geringelte Strumpfhose. Zum ersten Mal erkennt man, dass sie erst um die sechzehn zu sein scheint. Ihre Haare hat sie keck hoch gesteckt. Dicker, roter Lippenstift überstrahlt alles andere. Ich glaube, so grelle, fröhliche Farben hab ich seid Jahren nicht mehr gesehen. Höchstens im Fernsehen. Sie geht zur Zeitung, nimmt sie und drückt sie leicht aggressiv in die Mülltonne. Dann schaut sie sich um, scheint mich zu gesehen zu haben und winkt mir fröhlich zu. Ich drücke einfach auf den Auslöser der Kamera, schaue etwas verwirrt und winke zaghaft zurück. Sie zwinkert mir zu, richtet ihr Haar, hebt den Hacken an um ihn kurz darauf wider zum Gehweg schnellen zu lassen. Dabei entsteht ein Geräusch, wie ein leeres Glas, das man mit etwas mehr Kraft als gewöhnlich auf den Tisch stellt.

Und plötzlich ist sie weg. Einfach verschwunden. Die Türen und Fenster im Haus sind zu, das Bett ist gemacht, die Lichter sind aus. Es sieht kurz gesagt unbewohnt aus. Auf den Bildern an meiner Wand ist immer wider das Gleiche zu sehen: Landschaften. Gehwege bis zum abwinken. Ein Fenster durch das man ein leeres Bett betrachtet. Von den Dokumenten auf meinem Computer ist nichts mehr übrig. Gelöscht. Weg. Datei nicht vorhanden. Auf der Speicherkarte meiner Kamera erkennt man nur Hecken, ein Stück Garten, eine Tür und den Postkasten eines verlassenen Hauses. Fünf Jahre. Ich saß fünf Jahre herum, um nichts zu tun. Um etwas zu beobachten was es nicht gibt. Der Psychologe ein Psychopath. „Kommen sie zu mir, ich verstehe ihre Probleme. Ich hab selber welche!“

 

Blenden wir meine Gedanken einen Moment aus. Die Geschichte muss schließlich weiter gehen. Monate später stand der Winter vor der Tür. In den Nächten fror es. Es begann zu schneien. Die Menschen saßen zusammen an einem gedeckten Tisch mit ihren Liebsten, ihrer Familie. Sie lachten, waren glücklich. Überall strahlten die Städte in allen Farben. Die Straßen waren hell erleuchtet. Doch das Schlimmste an diesem Weihnachten war, dass es das erste war, an dem ich mich einsam fühlte. Ich verbrachte Heiligabend also nicht Zuhause mit meiner Kamera und mit den Emotionen anderer Menschen, sondern in den Gassen und Winkeln Londons. Ich hatte mich dazu entschlossen den ganzen Tag vor dieser riesigen Tanne zu sitzen und sie zu zeichnen. Um mich zu beschäftigen und um dem Tag ein Ende zu bereiten. Und als ich gerade den Stift aufsetzte, mir den Baum noch einmal betrachtete, stach mir diese Farbe ins Auge. Ein ekelhaft giftiges Grün zu schwarzen, hochhackigen Schuhen. Ein schwarzes Kleid und darunter eine schwarz-rot geringelte Strumpfhose. Sie blieb stehen. Schaute sich um. Niemand beachtete sie. Mit einem Tritt auf den Asphalt nahm das Schwarz ihrer Strumpfhose die gleiche, grauenvolle Farbe wie ihr Haar an. Sie sah jetzt zwar weihnachtlich, aber dafür eher unmenschlich aus. Ich neigte den Kopf wider über meinen Zeichenblock, folgte dabei jedoch unbemerkt den Schritten meiner ehemaligen Nachbarin… Als sie in eine kleine Nebenstraße einbog sprang ich auf, packte meinen Zeichenblock ein und hechtete los. Immer dem unüberhörbarem Geräusch ihrer Schuhe nach. Auf einem Innenhof machte sie Halt und setzte sich auf den Rand eines Springbrunnens als ich neben mir, auf der anderen Seite der Statue hinter der ich mich versteckte, ein grollendes Geräusch hörte. „Laminkia“

„Herrin“

Eine große weiße Raubkatze schlich aus dem Dunklen auf sie zu. Als sie vor der Frau stand deren Haare sich langsam von Grün wieder zu einem schillernden Violett färbten, senkte sie den Kopf.

„Herrin ihr habt mir befohlen den Herrn aufzusuchen neben dem ihr wohntet.“

Mein Atem stockte. Ich war gemeint. Während die Katze sprach kraulte ihr meine liebe Freundin von nebenan (welche mir immer unsympathischer wurde) hinter den Ohren. Ihr Gesichtsausdruck blieb arrogant. Sie hatte etwas Gefährliches an sich.

„Sprich weiter Laminkia“

„Er war nicht aufzufinden“

Das Geräusch ihrer Absätze. Laminkias Fell nahm kurz die Haarfarbe ihrer Besitzerin an.

„Herrin Dakira… ich versuchte ihn zu finden, aber ich verlor seinen Geruch in der Stadt.“

„Sei ruhig. Wir werden im Palast erwartet.“

Ohne eine Miene zu verziehen stieg Dakira (Nach fast sechs Jahren erfährt man auch ihren Namen) auf den Rücken der Raubkatze. Diese ging genauso federleicht wie ihre Besitzerin in die Dunkelheit hinein. Ein Geräusch. Weg waren sie.

 

Sie suchten mich. Und die beiden waren keine Einbildung. Eine sprechende Großkatze und ein Mädchen das ihre Kleidung nach Jahreszeiten färbt. Eine junge Frau mit Absätzen die einen verschwinden lassen…

 

Drogen . Sucht . Musik

Wir saßen beieinander. Alle zusammen an diesem Tisch. In diesem Raum. Kein Fenster. Die Wände mit Eierpappen verkleidet. Chico hing über seinem Schlagzeug. Die Sticks in der rechten, ein Dosenbier in der linken Hand. Mälfi malte mit einem Edding auf seinem Bass rum, seine Schwester Caroline hielt ihr pinkes Mikro locker zwischen den Händen, schloss die Augen und probte neue Textzeilen. Ich, Wolfi, Gitarrist von Punch’n’Pisspink saß daneben. Die Gitarre über den Beinen. Locker nach hinten gelehnt. In eben diesem Moment hatten wir alle eins gemeinsam. Wir suchten nicht nach neuen Ideen. Wir fanden sie. All diese Mittel die wir and dem Abend in uns rein gepumpt hatten… nur für die Musik. Caroline stand auf, steckte das Mikro aufs Stativ und fing an zu singen…

I should share the map,
You’ve planned on my heart,
I should ran away,
Search for my second part,
But I think I loose it,
While you go.

Es war zwar rhythmisch, aber eher nach Gefühl. Sie hatte so was einfach drauf. Ihre schwarzen Haare wippten im Takt den Chico auf dem Becken schlug. Mälfi spielte locker ein paar Töne dazwischen. Ich suchte Akkorde die den Gesang unterstrichen. Im Hintergrund hörte man den Computer brummen. Unser Techniker, Mika, nahm es auf, schrieb Notizen, verbesserte es. Wir waren ein eingespieltes Team. Seit 2 Jahren gingen wir immer wider auf Konzerte… Wir werden unterstützt. Von Jugendlichen, von Fans, von Punks, nur nicht von Eltern. Weil wir über echtes Leben singen. Und über die Drogen.
Die Drogen.
Wir wussten alle, dass sie uns zerstörten. Kaputt machten. Immer noch kaputt machen.
Sucht.
Und keiner versteht uns.
Nur die Musik.

<3

Ein paar Gedichte von mia <3


Hätte ich ihn nicht…
Ja,
Wären mir Schmerzen erspart worden.
Ja,
Wäre ich glücklicher.
Ja,
Würde ich nicht so oft anders sein.
Doch es gibt genug Gründe,
Ihn zu haben.
Wenn er mir flüstert
„Ran da“,
mir sagt wie ich zu leben habe,
mit mir redet,
über alles,
mich zum weinen bringt,
und trotzdem beschützt.
Wenn er mir hilft.
Hätte ich ihn nicht…
Ja,
Würde mir ein Teil fehlen.
Ja,
Wäre ich nicht ganz vollständig.
Ja,
Würde ich nicht so oft weinen…
Und doch,
weil ich ihn habe…
Ja.
Kann ich überhaupt sein,
im Moment leben,
und leben, wie ich es will…
Soll ich ihm nun danken…
oder ihn anschreien?

Ich spüre wie ich verschwinde…
Ich fühle, wie Tag an Tag,
Stund um Stund mein Körper mit der Dunkelheit verblasst.
Ich will untergehen,
als hätte es mich nie gegeben,
verschwinden,
wie ein Geist.
Es zieht mich in die Ferne,
eine Sehnsucht, die ich nicht kenne,
ich sehe die Nebel, die Monde,
die Schiffe, die See.
Ich höre das Rauschen,
der Unendlichkeit…
Ich berühre es.
Und verbünde mich,
mit der ewigen
Vergessenheit.

Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebe dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebte dich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebe mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich liebte mich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich hasse dich Ich verachte mich Ich verachte mich Ich verachte mich Ich verachte mich Ich verachte mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich hasse mich Ich weine

Und so sind wir doch vereint.

Nicht in der Liebe, aber im Hass.

Wie kannst du sagen „Stirb“
wenn du nach den Regeln lebst?
Kannst du sagen „Töte“,
wenn du predigst „Ich soll nicht töten“.
Wie kannst du dann in Haus deines Herrns stehen,
und predigen,
wenn deine Bücher sprechen „Ich soll nicht lügen“.
Und wie kannst du sagen…
„Vergelte deine Sünde mit Leid und Tot“,
wenn jeder Mensch Recht auf Leben hat,
und du nicht töten darfst?
Ist es so einfach zu glauben?
Sich gegen jegliche Regeln stellen,
dass kann auch ich,
ich kann reden, obwohl ich nicht reden darf,
und wenn ich lüge, und töte, und quäle,
sagen sie mir:
„Halt dich an die Regeln…!“
Aber wenn ein Kind in der Kirche steht,
und lügt, und predigt, obwohl es Sünde dabei begeht,
dann ist es gut?
Die Gesellschaft,
hat verkackt.

Liebe.
Leben.
Gemeinsamkeit.
Wärme.
Freude.
Wir sind hier.
Wir sind zusammen hier.
Wir bleiben hier.

Liebe?
Tod?
Gemeinsamkeit…
Getrennt?
Kälte.
Trauer.
Aber wir sind hier.
Wir sind zusammen hier.
Wir bleiben hier.

1. Geschichte


„Ich glaube“, sagte sie und schaute mir tief in die Augen, sie kam immer näher, bis sie fast meine Nasenspitze berührte, und flüsterte, wobei ihr Atem in warmen Nebelschwaden davon schwebte, „Ich glaube, ich habe verlernt, zu lieben“

Ihre Worte liefen mir kalt den Rücken runter. Ich vergaß meinen Freund, ich vergaß alles um mich herum und schaute sie an.

„So was kann man nicht verlernen“, hauchte ich in die Kälte hinaus, und sie drehte sich wider zu mir um.

„Oh doch, das kann man, und es schmerzt…“

Und mein Herz zerbrach bei ihren Worten und ich musste den gleichen Schmerz ertragen den wohl auch sie, in jenem Moment mit sich trug. Meine Augen wurden glasig, mein Blick wurde schwer, und erst jetzt merkte ich, das in dem Moment, in dem sie mir alles verriet, ihr Schmerz meiner wurde. Ich wurde ein Mensch wie sie es war, und sie wurde umso fröhlicher. Ich träumte mein Leben, während sie ihren Traum lebte, und anfing, ganz normal zu werden. Und ich, mit diesem zerbrochenen Herzen, verschwand, und niemand bemerkte es. Ich verschwand in Vergessenheit, in Hass, in Trauer…im Nichts, das doch alles ist. Ich verschwand im Sinn dieser Welt.

2. Geschichte

Einst war es schön. Vor nicht allzu langer Zeit, ja, so wie die Märchen beginnen, weil es ein Märchen war, das in einem Drama endete, nun, vor nicht allzu langer Zeit, traf ich ihn. So, wie man sich den Prinzen vorstellt, der einen aus tausend Jahren Schlaf erweckte, so sah er aus. Von Licht umspielt, und jedes Lächeln, brachte mich zum erröten. Hoffnungen machte ich mir keine. Hoffen ist die Kunst der Narren. Wer lebt, muss kämpfen. Und wer nicht kämpft, ist dem Tod verschrieben. Es dauerte nicht lange, da musste ich sehen, wie er begann diese eine zu lieben. Hübsch war sie, gesprächig, schüchtern und verspielt. So begann auch für ihn das Märchen, als er sie liebte und sie ihn, und beide zueinander fanden und für mich begann Nichts. Doch wer nicht hofft, der braucht auch nicht zu weinen. Ich vergoss keine Träne. Ich beließ es dabei. Und als sein Märchen zusammenbrach, und das ihre schon lange geendet hatte, da sah er mich. Ganz anders als seine Prinzessin, und doch interessant. Ein Tag wurde mir geschenkt, mit Glück gefüllt, mit Liebe. Und als das Märchen auch für mich endete, an dem Punkt, an dem ich begonnen hatte zu hoffen, da weinte ich, vergoss Träne um Träne. Heute sind Märchen für mich unmöglich, so etwas existiert nur in Träumen und wer träumt verpasst das Leben. Weinen, habe ich verlernt. Hoffnung bringt nur Trauer mit sich und eines wünsche ich mir doch von ganzem Herzen, auch wenn ich keines mehr besitze: Ich wünschte, ich hätte ihn nie kennen gelernt…

3. Geschichte

Nach all den Märchen und den Geschichten die ich erzählte, von zerbrochenen Herzen und verlorener Liebe, da fragte ich mich, wie ein gebrochenes Herz aussehen mag. Mein Leben lang, war ich Ratschlägen gefolgt, man solle nicht vom Weg abkommen, denn man müsse mit dem Herzen bezahlen. Doch nun, war ich darauf gespannt, wie es ist, zu lieben. Wie fühlt sich das an? Sollte ich zum ersten Mal in diesem behüteten Leben Risiken eingehen, die ich mit dem Leben selbst zu bezahlen hatte? Schon kroch ich langsam durch die Dunkelheit, abseits der Wege. Oft überschattete Trauer mich, doch eines Tages kam ich an eine Lichtung. Und unter dem Licht, der aufgerissenen Baumkronen, ging der Weg weiter, den ich die ganze Zeit gesucht hatte. Nun fragte ich mich, in der Helligkeit stehend und liebend: Ich stehe auf einem Weg, gepflastert und fest, doch soll ich ihm weiter in die Dunkelheit folgen?

Geliebt zu werden, auch wenn man durch Trauer ging, das war wie eine wärmende Decke im Eissturm. Doch eines Tages zog es mich vom Weg, ich lief durch Gestrüpp und Äste zerrissen meine Kleidung, und ich kam zu einem Ort, der weder gepflastert war, noch Helligkeit von sich ausgehen ließ. Und auf dem Weg durchs Gestrüpp hatte ich die Liebe vor lauter Sehnsucht fallen lassen. Doch ich machte eine Erfahrung, die die schönste jeder Liebe sein musste. Wenn man in der Dunkelheit geliebt wird, in der Trauer, ohne einem Weg zu folgen. Jene Liebe, war das schönste, das ich je gefühlt haben mag. Doch jene Wärme hielt eine Tücke bei sich: Geh einen Schritt, such einen Augenblick weiter nach dem Weg, dem du folgen solltest, und sie entfällt dir. Und dies passierte. Lange wandelte ich durch die Wälder, ohne Liebe, ohne Licht, nur von Trauer erfüllt, und als ich durch die Blätter des Geästs die Sonne scheinen sah, ging ich langsamer denn je auf sie zu. Und als ich auf dem Weg stand, und meine Augen wehtaten vor all dem Licht, und meine Beine weh taten, von all den Fußmärschen, und mein Herz mir schmerzte von all der verlorenen Liebe. Und wie ich mich ärgerte über meine Dummheit, ja in eben diesem Moment verstand ich, wie es war, ein gebrochenes Herz mit sich zu tragen.

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